Außenwand-Dämmung 1

Die Entscheidung für den Einbau einer nachträglichen Wärmedämmung können aus unterschiedlichen Motivationen heraus getroffen werden. Neben der Senkung von Energiekosten kann die Verbesserung des Raumklimas oder der Vermeidung von Zuglufterscheinungen eine Rolle spielen.

Ein wesentlicher Vorteil einer gut gedämmten Außenwand besteht in der Erhöhung der innenseitigen Wandoberflächentemperatur. Hierdurch wird eine Kondensation durch feuchte Luft auf den Bauteilen vermieden und ein Schimmelpilzwachstum verhindert. Da die Temperatur auf der Innenseite von Außenwänden ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Kondensat bedingten Schimmelpilzproblemen ist, empfiehlt sich nicht nur aus energetischen Gründen eine nachträgliche Durchführung von Dämmmaßnahmen.

Für Wanddämmungen bestehen grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Die Außenwanddämmung
  2. Die Kerndämmung
  3. Die Innenwanddämmung

Außendämmung

Aus bauphysikalischer Sicht sind die Außenwand- sowie Kerndämmungen einer Innenwanddämmung vorzuziehen. Jedoch ist nicht jede Maßnahme an jedem Objekt geeignet. Ein mit Sichtmauerwerk erstelltes Gebäude soll in den meisten Fällen seine äußere Erscheinungsform behalten. Hier verbietet es sich fast von selbst eine Außendämmung anzubringen. Die Anbringung der Dämmung auf der Außenfassade kann jedoch am besten Wärmebrücken reduzieren. Die Temperaturen der innenseitigen Bauteile steigen nicht extrem hoch, was thermische Spannungen an diesen Bauteilen reduzieren hilft. Ein sommerlicher Wärmeschutz ist durch eine Außendämmung am besten gegeben. Der Dämmstoff ist jedoch dem Wetter ausgesetzt und ein Wetter- und/oder Algenschutz muss daher berücksichtigt werden. Im Falle eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) kommt es zu einer Abkopplung des Putzes vom Mauerwerk. Eine Abtrocknung nach einem nächtlichen Tauwasserausfall findet nur zeitverzögert statt. Dies kann unter Umständen zu einem Algenbewuchs führen.

Kerndämmung

Eine nachträgliche Zwischenwanddämmung, auch als Einblasdämmung bekannt, kommt nur in Gebäuden in Frage, bei denen ein zweischaliges Mauerwerk vorhanden ist. Es muss jedoch ein ausreichend großer Zwischenraum zwischen der tragenden Innenschale und dem Verblendmauerwerk vorhanden sein, damit sich diese Maßnahme lohnt und möglich ist. Speziell in Norddeutschland wurden viele Gebäude in dieser Bauart erstellt. Ältere Gebäude besitzen zwischen den Mauerwerksschalen eine Luftschicht, die unterschiedlich breit sein kann. Häufig anzutreffen sind Ausführungen, in denen nur ein Teil der Zwischenschicht gedämmt ist. Auch wurde zweischaliges Mauerwerk zwischen den Schalen komplett gedämmt.

Diese im Grunde optimale Konstruktion kann bei nicht sachgerechter Ausführung im Verlaufe der Zeit jedoch zu einer Durchfeuchtung des Dämmmaterials und dem damit verbundenem Dämmverlust führen. Eine nachträgliche Einbringung des Dämmstoffs ist mit einem relativ hohen Aufwand und hohen Kosten verbunden.

Innendämmung

Gründe für eine Innendämmung können in einer besonderen oder erhaltenswerten Außenfassade begründet sein. Eine Außenwanddämmung entfällt daher fast immer bei denkmalgeschützten Gebäuden, so dass die Anbringung einer innenseitigen Dämmung bei Dämmmaßnahmen unvermeidlich ist. Räume, die mit einer Innendämmung ausgestattet sind, können relativ schnell beheizt werden. Eine lange Aufheizphase entfällt, da das vorhandene Mauerwerk nicht mit beheizt werden muss. Es lässt sich bequem anbringen und bedeutet einen geringeren Kostenaufwand. Diese Dämmvariante ist von Vorteil bei Räumen, die selten genutzt aber schnell aufgeheizt werden sollen.

Nachteilig ist hingegen der schlechte sommerliche Wärmeschutz sowie die Verschiebung des Taupunktes in Richtung Innenraum mit der Gefahr einer Tauwasserbildung. Feuchtes Mauerwerk benötigt länger zum Austrocknen, da es von innen nicht mit aufgewärmt wird. Eine fehlerhaft angebrachte Dämmung kann die Problematik erhöhen. Auch wenn es sich um eine preisgünstige Variante handelt, sollte eine Innendämmung bautechnisch besonders geplant werden. Eine wesentliche Voraussetzung für diese Dämmvariante ist ein funktionierender Schlagregenschutz der vorhandenen Fassade.

Sinnvoll ist im Vorfeld eine Bewertung des bauphysikalischen Verhaltens der Gesamtkonstruktion. Es empfiehlt sich eine Vorhersage zur voraussichtlich stattfindenden Wasserdampfdiffusion von innen nach außen bei dem eingeschränkten Austrocknungspotenzial der Außenwand nach entsprechender Sanierung. Ein hoher Tauwasserausfall innerhalb der Konstruktion am Übergang zur Dämmung ist kritisch zu hinterfragen; ein zu hoher Sättigungsgrad darf nicht überschritten werden. Andernfalls drohen Frost-Tau-Schäden an nicht frost- /taubeständigen Baustoffen. Durch eine sorgfältige Ausführung der Arbeiten kann eine Hinterströmung von feuchter Innenraumluft in die Konstruktion hinein verhindert werden. Darüber hinaus sind bei der Wahl der Materialien brandschutztechnische Eigenschaften zu berücksichtigen.

Die Ausführung sollte von Unternehmen mit entsprechender Erfahrung erfolgen. Eine gute Bauüberwachung auf der Baustelle empfiehlt sich daher bei dieser Variante der Bauausführung.

Fazit

Bei der Wahl einer Dämmvariante handelt es sich stets um eine einzelfallbezogene Entscheidung. Vor- und Nachteile aufgrund der vorhandenen Bausubstanz und der Raumnutzung sind hierbei zu berücksichtigen. Wenn die Situation vor Ort nicht eindeutig ist, können Simulationsrechnungen Hinweise auf die Art der zu wählenden Dämmung sowie auf eine vorteilhafte Materialwahl geben.

aufsteigende Feuchtigkeit

Aufsteigende Feuchtigkeit

In älteren Gebäuden kann aufsteigende Feuchtigkeit aufgrund fehlender oder defekter Abdichtungen in erdberührten Bauteilen zu einem Feuchtigkeitseintrag führen. Allerdings handelt es sich bei Verfärbungen im Sockelbereich nicht zwangsläufig um aufsteigende Feuchtigkeit, auch wenn das Schadensbild dies zunächst vermuten lässt. Im Sockelbereich von Wandbauteilen können sich Bauschadsalze angereichert haben, die zu einer hygroskopischen Feuchte führen. Mit dem bloßen Auge können entsprechende Schadensbilder daher nicht eindeutig voneinander abgegrenzt bzw. zugeordnet werden. Ein in der Vergangenheit hoher Grundwasserspiegel kann sich auf ein inzwischen unkritisches Niveau abgesenkt haben. Das nachträgliche Einbringen einer Horizontalsperre wäre in diesem Falle sinnlos. Feuchtigkeitsuntersuchungen in verschiedenen Bauteiltiefen und -höhen und die Kenntnis über vorliegende Schadsalze können Hinweise auf mögliche Ursache geben. Erst wenn zweifelsfrei festgestellt wurde, dass es sich um aufsteigende Feuchtigkeit handelt, kann ein Einbau nachträglicher Horizontalsperren als sinnvoll erachtet werden. Der Einbau einer Feuchtigkeitssperre verhindert, dass von unten kommende Feuchtigkeit oberhalb der Sperrschicht vom Mauerwerk aufgenommen werden kann. Die Rücktrocknung von bereits vorhandener Feuchtigkeit kann sich hingegen über einen langen Zeitraum hinziehen.

Hygroskopische Feuchte

Langanhaltende Feuchtigkeit im Mauerwerk kann zu einer Mobilisierung von Bauschadsalzen führen. Diese wandern bis an die Wandoberfläche und kristallisieren hier aus. Zurück bleiben typische Ausblühungen mit Farb- und Putzabplatzungen. Die vorhandenen Salze an den Oberflächen wiederum ziehen Feuchtigkeit aus der Luft an, so dass eine Trocknung erschwert oder unmöglich wird. Mittels Laboruntersuchungen können die Art und Höhe der Salzkonzentrationen festgestellt werden. Hierzu müssen Materialproben entnommen werden. Hohe Salzkonzentrationen erfordern geeignete Sanierungsmaßnahmen. Neben dem Entfernen von belasteten Putzen und dem Auskratzen von Fugen kann bei sehr starken Salzbelastungen eine Salzreduktion angezeigt sein. Der Auftrag von Opferputzen zählt zu den Verfahren von Schadsalzreduktionen.

Seitlich eindringende Feuchtigkeit

In Erdberührten Bauteilen (Kellerräume) kann Feuchtigkeit aus dem Erdreich in Außenwände eindringen, wenn diese über keine oder nur mangelhafte Abdichtung verfügen. Bei stark bindigen (lehmhaltigen) Böden kann eine Versickerung von Regenwasser verzögert werden, so dass sich dieses aufstaut. Bei einer mangelhaften Abdichtung kann es daher zum seitlichen Eindringen von Feuchtigkeit in die Wände kommen. Feuchtigkeitsuntersuchungen in unterschiedlichen Höhenlagen und Bauteiltiefen geben Aufschluss über mögliche Ursachen der Feuchtigkeit. Sofern keine Kenntnisse über den Baugrund bestehen, können Baugrunduntersuchungen Aufschluss darüber geben, welcher Lastfall (z. B. „Drückendes Wasser“) vorliegt. Ein Bodenprofil kann beim Geologischen Dienst angefordert werden. Dies gibt Auskunft über das Schichtenprofil sowie den Grundwasserstand. Mit den hieraus gewonnenen Kenntnissen kann eine geeignete Sanierungsmethode gewählt werden.

Kondensationsfeuchte

Feuchte Raumluft oder im Sommer eingebrachte feuchte Außenluft kann auf kalten Wandoberflächen kondensieren. Je nach Temperatur kann die Luft eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Wird die Sättigungsgrenze erreicht, kann die zu 100 % mit Wasserdampf gesättigte Luft keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen. Die Umgebungsluft in Innenräumen ist normalerweise nicht zu 100 % gesättigt. Trifft die warme Raumluft jedoch auf eine kältere Oberfläche, kann es zu einem Tauwasserausfall kommen. Das liegt daran, dass die unmittelbare Umgebung bzw. Grenzschicht zur kalten Oberfläche eine niedrigere (Luft-) temperatur aufweist und der Taupunkt in der kälteren Luft schneller erreicht ist. Kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als wärmere Luft. In der Folge steigt die relative Luftfeuchtigkeit in der kalten Luftschicht an. Dies kann zu einer Sättigungsfeuchte von 100 % und in der Folge zu einem Kondensatausfall führen. Für ein Schimmelpilzwachstum reicht bereits eine dauerhafte oder wiederholt vorliegende relative Feuchtigkeit von etwa 80 % aus.

Ungedämmte Außenwände oder vorhandene Wärmebrücken führen zu kalten Wandoberflächen und begünstigen die Kondensation an kalten Wandbauteilen. Wenn die durch Kochen, Duschen oder dem Betrieb von Waschmaschinen oder Wäschetrocknern entstandene Feuchtigkeit nicht durch Lüftungsmaßnahmen abgeführt wird, kommt es insbesondere in der kalten Jahreszeit zu einem Tauwasserausfall an kalten Bauteiloberflächen. Untersuchungen der Bauteiltemperaturen, insbesondere der Wandoberflächen im Winter können Aufschluss über eine Tauwassergefahr geben. Untersuchungen mittels Wärmebildkamera zeigen vorliegende Wärmebrücken auf. Die Ermittlung von Raumklimadaten über einen längeren Zeitraum können zusätzlich Hinweise auf die Lüftungsqualität geben. Neben einem guten Lüftungsmanagement ist häufig die Erhöhung von Wandoberflächentemperaturen zielführend.

Strömt warme Luft durch mangelhaft ausgeführte Dichtungsebenen in die Dämmebene, kann es zu einem Tauwasserausfall und einer Anreicherung von Feuchtigkeit kommen. Eine Rücktrocknung ist meistens nicht so schnell möglich. In diesem Fall spricht man von Feuchtigkeit durch Konvektion.

Leckagen

Natürlich können Feuchtigkeit und Nässe immer auch eine Ursache in Leckagen wie defekter Leitungen, deren Anschlüsse oder Haarrisse haben. Defekte Abdichtungen an Dächern, Balkonen oder Gauben stellen weitere mögliche Ursachen für das Eindringen von Feuchtigkeit in Bauteile dar. Rückstau durch defekte Kanäle, Verstopfungen oder defekter Bauteile von Hebeanlagen, Rückstauverschlüssen oder anderen Einrichtungen können ebenfalls zum Eindringen von Wasser führen. Sofern Abwässer an Feuchtigkeits- oder Wasserschäden beteiligt sind, können coliforme Bakterien ausgetreten sein. Eine Untersuchung auf entsprechende Bakterien sollte daher immer in entsprechend gelagerten Fällen erfolgen.

Richtig Lüften

Eine erhöhte Raumluftfeuchtigkeit entsteht insbesondere in Räumen, in denen gekocht, geduscht oder gebadet wird. Beim Wäschewaschen wird ebenfalls Feuchtigkeit in die Umgebungsluft abgegeben. Vorhandene Feuchtigkeit sollte möglichst an Ort und Stelle des Anfalls aus den Räumen heraus gelüftet werden. Nach dem Duschen empfiehlt es sich daher, die entstandene Feuchtigkeit mittels Fensteröffnung mit weit geöffnetem Fenster, sofern vorhanden, aus dem Raum heraus zu lüften.

Im Winter genügen hierfür bereits einige Minuten, da der Austausch der Luft, bedingt durch den großen Temperaturunterschied, schneller als im Sommer stattfindet. Im Sommer kann das Lüften durchaus eine viertel Stunde in Anspruch nehmen um einen vollständigen Luftaustausch zu gewährleisten. Im Winter sollte eine „Kipp-Stellung“ von Fenstern zum Lüften vermieden werden, da die Fensterleibungen sonst auskühlen und es in Folge dessen in diesen Bereichen schneller zu einem Tauwasserausfall mit einem einhergehendem Schimmelpilzbefall kommen kann.

Um einen schnelleren Luftaustausch zu gewährleisten, wird häufig die Querlüftung empfohlen. Je nach vorherrschender Windrichtung kann es hierbei jedoch zu einem Eintrag feuchter Luft aus dem Bad oder der Küche in einen gegenüberliegenden Wohnraum kommen. Insbesondere bei weniger geheizten Schlafräumen kann dies zu einem Kondensatausfall an kalten Wandoberflächen führen. Daher ist es sinnvoll, beim Duschen oder Kochen Bad bzw. Küche geschlossen zu halten und direkt über vorhandene Fenster zu lüften, sofern vorhanden. Kühlere Räume wie Schlafzimmer sollten ebenfalls am besten geschlossen sein, damit keine feucht-warme Luft aus feuchteren Räumen eingetragen wird und an kalten Außenwänden kondensieren kann.

Tipp: Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit durch Duschen oder Kochen, Türen der Räume beim Lüften untereinander geschlossen halten. Erst im Anschluss hieran querlüften.

Um ein besseres Gefühl für die Wirksamkeit der Lüftungsmaßnahme zu entwickeln, können in den betreffenden Räumen Thermo-/Hygrometer aufgestellt und jeweils vor sowie nach dem Lüften abgelesen werden. Über einen längeren Zeitraum erhält man hierdurch einen Überblick über den Einfluss der Aktivitäten auf die Raumluftfeuchtigkeit und die Wirksamkeit der Lüftungsmaßnahmen. Ideal ist eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 50 % bei einer Raumlufttemperatur von um die 20°C.

Kellerräume sollten in heißen Sommermonaten übrigens nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden gelüftet werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass die mit Feuchtigkeit angereicherte warme Außenluft in die Kellerräume gelangt und Feuchtigkeit auf den kühlen Kellerwänden kondensieren kann.

Bruchstücke Asbest

Asbest wurde früher zur Verbesserung von Materialeigenschaften in Bauprodukten eingesetzt. Neben der Verbesserung der Abriebfestigkeit oder des Fließverhaltens von Fliesenklebern wurde es ebenfalls zu Bewehrung, zu Schallschutzzwecken und insbesondere zum Brand- und Hitzeschutz eingesetzt. Aber gerade letzteres kann im Brandfall zu ungeahnten Folgen für die Umwelt führen.

Im Brandfall können Asbestzementplatten explosionsartig zerbersten, wenn diese über einen längeren Zeitraum der Hitze ausgesetzt werden. Dies führt dazu, dass das Material aufgrund kleinerer Explosionen zerplatzt und die Stückchen in die Umgebung versprengt werden. Die Größe der einzelnen Stücke können hierbei unterschiedlich groß sein. So können münzgroße Stücke ebenso wie nur einige Millimeter kleine Stückchen entstehen und sich in die Umgebung verteilen. Die größeren Teile werden sich hierbei eher in der unmittelbaren Umgebung verteilen.

Nach einem Brandfall in dem es zu einem entsprechenden Ereignis gekommen ist, sollte daher die Umgebung zeitnah auf die Asbestbruchstücke abgesucht werden. Wird das Material nicht eingesammelt, so kann es im Laufe der Jahre dazu kommen, dass im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache wächst. Die Lokalisierung und das Sammeln der Asbestteile zu einem späteren Zeitpunkt kann daher durch neue entstandene Humusschichten oder neues Buschwerk erschwert werden. Dies wiederum kann dazu führen, dass Erdschichten als ganzes als asbesthaltig abgetragen und entsorgt werden müssen.

Das Aufsammeln der Bruchstücke sollte daher frühzeitig durch Fachleute geschehen. Eine Verunreinigung von Böden oder Gewässern ist unbedingt zu verhindern. Außerdem sollte vermieden werden auf das Material zu treten. Dies könnte sonst dazu führen, dass sich die Bruchstücke weiter verkleinern und zerfasern. Idealerweise sollten die Bruchstücke bis zum restlosen Aufsammeln feucht gehalten werden. Auf diese Weise wird eine Abgabe von Faserstäuben in die Luft verhindert.

Schimmelpilzentfernung

Aus vorsorgenden Gründen sollte ein Schimmelpilzbefall immer entfernt werden. Neben der Entfernung des Befalls ist vorrangig eine Ursachenermittlung für eine erhöhte Feuchtigkeit im Bauteil nötig, denn diese ist immer die Grundlage für ein Schimmelpilzwachstum. Erst wenn keine Feuchtigkeit oder gar Nässe mehr vorhanden ist, kann der Schimmelpilz nicht erneut wachsen.

Wie kann ein mikrobiologischer Befall jetzt aber entfernt bzw. saniert werden?

Zunächst einmal muss neben der Ursache für den eigentlichen Befall geklärt werden, wie groß der vorhandene Schimmelpilzbefall ist. Wenn der sichtbare Befall mehr als etwa 20 cm² groß ist- dies entspricht etwa der Größe einer Handfläche – gehört die Sanierung in die Hände von Fachunternehmen, die über die technische Ausrüstung und die Erfahrung zur Sanierung von Schimmelpilzschäden verfügen. Nur ein kleiner Befall der oberflächig vorliegt sollte selber entfernt werden. Menschen mit einer Allergie oder mit Immunerkrankungen sollten vorsichtshalber Abstand von einer Entfernung eines Schimmelpilzbefalls nehmen.

  • Sollte der sichtbare Befall nicht größer als 20 cm² und nur an der Oberfläche vorliegen, kann dieser selber (nicht von Allergikern) entfernt werden
  • Hierbei sollten angrenzende Räume geschlossen bleiben, um diese nicht zu kontaminieren
  • Bei der Bearbeitung möglichst Handschuhe, Atemschutzmaske (Staubmaske aus dem Baumarkt) tragen. Getragene Kleidung später gründlich waschen oder alternativ Schutzanzug tragen
  • Mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter den Bereich absaugen
  • Vorhandene Tapete anfeuchten und vorsichtig entfernen
  • Glatte Flächen können mit Wasser und einem üblichen Haushaltsreiniger abgewischt werden. Keine Essigreiniger verwenden
  • Poröse Flächen können mit 70%tigem Alkohol gereinigt werden. Wegen der Brandgefahr nur geringe Mengen bei Fensterlüftung benutzten und nicht rauchen.
  • Vorhandene Textilien aus dem Raum gründlich und am besten heiß waschen
  • Die entstandenen Abfälle möglichst staubdicht verpacken und im Hausmüll entsorgen
Schimmelpilz-Gestank

Wahrnehmbare Gerüche in Innenräumen sind immer ein Indiz dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Damit ist jetzt nicht die Kohlsuppe gemeint, die seit zwei Stunden auf dem Herd kocht oder andere anthropogene Einflüsse. Folgende Bauprodukte können bei Gerüchen eine Rolle spielen:

Farben, Lacke, Kleber

Besonders nach Renovierungen kann es vorkommen, dass sich typische Renovierungsgerüche wie sie von Farben, Lacken oder Klebern herrühren, bemerkbar machen. Hierbei handelt es sich meistens um Ausdünstungen, die nach einigen Wochen (hoffentlich) wieder vollständig verschwunden sind. In der Regel hilft in diesen Fällen konsequentes Heizen und Lüften. Mit dem Erwärmen der Innenräume auf kuschelige 23 Grad Celsius oder mehr werden die Bauteile miterwärmt. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich die in ihnen befindenden Renovierungs- und Schadstoffe schneller in die Raumluft ausgasen können und die Luft durch regelmäßiges Lüften ausgetauscht werden kann. Auf diese Weise lässt sich in vielen Fällen die Geruchsbelästigung nach Renovierungs- und Sanierungsarbeiten verkürzen.

Teppichkleber

Als problematisch können sich jedoch verwendete Teppichkleber erweisen. In der Vergangenheit sind vermehrt störende Geruchsbelästigungen und erhöhte Schadstoffkonzentrationen in diesem Zusammenhang ermittelt worden. Heute als lösemittelfrei angebotene Produkte können noch hochsiedende Verbindungen enthalten. Bei der Verarbeitung sind die Handwerker bei diesen Produkten in geringerem Maße einer Ausdünstung hoher Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt als früher. Für den Nutzer bedeutet ein entsprechendes Produkt jedoch, dass es über einen längeren Zeitraum, ggf. über Jahre, zu einer Anreicherung mit Schadstoffen und hohen Konzentrationen dieser Substanzen in der Raumluft kommen kann. In diesen Fällen hilft dann auch konsequentes Lüften nicht weiter. Abhilfe kann in derartig gelagerten Fällen nur der am besten mechanische Ausbau der betreffenden Beschichtungen schaffen.

Nun gibt es aber auch Gerüche die nicht mit erfolgten Renovierungen einhergehen. Vermutlich jeder kennt den muffigen oder kellerartigen Geruch, der häufig mit Schimmelpilzen assoziiert wird.

Schimmelpilze und Chloranisole

Leicht zu verwechseln mit Gerüchen, die von einem Feuchtigkeits-, bzw. Schimmelpilzbefall ausgehen, sind Chloranisole. Bei dieser Substanzgruppe handelt es sich um Stoffwechselprodukte von Bakterien, also keine Verbindung, die in Baumaterialien eingesetzt wird. Phenole, insbesondere das früher verwendete Holzschutzmittel Pentachlorphenol mit seinen Verunreinigungen wird durch eine Verstoffwechselung durch Bakterien mikrobiell abgebaut. Durch die Umwandlung entstandenen Chloranisole bildet sich bereits bei sehr geringen Konzentrationen ein deutlicher Geruch, der auch als Kork-Note im Wein bekannt ist.

Häufiger sind hiervon Holzständerhäuser aus den 60er und 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts betroffen. Unangenehm ist der Geruch auch deshalb, weil er hartnäckig an sämtlichen Kleidungsstücken und Einrichtungsgegenständen anhaftet. Für die Bewohner ist dies aufgrund der Gewöhnung nicht mehr wahrnehmbar, Besucher riechen diese Verbindungen jedoch beim Betreten der Räume oder sogar an den Bewohnern auch außerhalb des betroffenen Gebäudes. Außer sozialen Problemen sind diese Stoffe nach allem, was man heute über sie weiß, gesundheitlich harmlos. Mittels Raumluftuntersuchungen können die verschiedenen Chloranisole nachgewiesen werden. Sanierungen betroffener Immobilien erweisen sich als sehr aufwendig und sind teuer. Ein langfristiger Erfolg ist nicht immer gegeben.

Hölzer

Weiterhin kann von frisch eingebauten Hölzern ein typischer Holzgeruch ausgehen. Verantwortlich hierfür sind Terpene, die Hauptbestandteil der von Pflanzen produzierten ätherischen Öle sind. Von vielen wird dieser Geruch als angenehm wahrgenommen. Bei manchen Menschen kann es jedoch zu gesundheitlichen Reaktionen kommen, weshalb es schon seit längerem für einige typische Verbindungen Richtwerte für die Innenraumluft (Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Innenraumlufthygiene-Kommission IRK / Umweltbundesamt) gibt. Durch Raumluftuntersuchungen kann die Konzentration dieser Verbindungen festgestellt werden.

Fußböden

Linoleum hat einen intensiven Eigengeruch, der typisch für diesen Bodenbelag ist und aus dem in dem Produkt enthaltenem Leinöl herrührt. Durch Oxydationsprozesse können geruchsintensive Aldehyde wie Hexanal gebildet werden. Andere elastische Bodenbeläge können neben Aldehyden auch geruchsintensive Phenole oder Naphthalin enthalten.
Wird der Bodenbelag auf einen ungeeigneten oder sogar feuchten Untergrund verlegt oder fällt plötzlich Feuchtigkeit an, kann es zu chemischen Reaktionen mit unangenehmen Gerüchen kommen. Ursächlich hierfür sind unter anderem Verseifungsvorgänge.
In älteren Bitumenklebern oder Dichtungsbahnen können neben Naphthalin noch weitere Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) eine Rolle spielen. Sie finden sich in Abdichtungen, Gussasphaltestrich, Imprägnierungen zum Bautenschutz aber auch in Fugenmassen und anderen mehr.

Umgang mit Gerüchen

Zunächst muss einmal festgestellt werden, um welche Art von Schadstoff es sich möglicherweise handelt. Luftmessungen können erste Hinweise auf das Vorhandensein von Schadstoffen sein. Auch muss in diesem Zusammenhang mit dem Vorhandensein eines toten, verwesenden Tieres (z. B. in Kaminschächten) oder Bakterien im Zusammenfang von Feuchtigkeitsschäden gedacht werden.

Sofern eine Auffälligkeit in Hinblick auf die Raumluftkonzentration festgestellt wurde, kann die auffällige Substanz aufgrund von Erfahrungswerten eventuell vorhanden Baustoffen zugeordnet werden. Von den Verdachtsstoffen werden Materialproben entnommen, um eine Zuordnung einwandfrei zu ermöglichen. Erst mit diesen Aussagen können Empfehlungen in Hinblick auf eine erforderliche Sanierung gegeben werden.

Asbest Platte der Marke Promabest

Wenn über das Thema Asbest gesprochen wird, denken viele zuerst an die „Asbestwelle“, „Toschirohre“ oder andere Asbestzementprodukte, die im Bereich von Fassaden oder anderen Bauteilen in den 1970er Jahren verbaut worden sind.

Asbest wurde nicht nur zum Brand-, bzw. Hitzeschutz in Gebäuden eingesetzt. Auch zu Schallschutzzwecken, zur Bewehrung oder Verbesserung der Abriebfestigkeit oder des Fließverhaltens von Fliesenklebern wurde dieser Werkstoff eingesetzt.

Bis 1992 wurden Asbestzementplatten im Hochbau eingebaut. 1995 wurden die Herstellung und die Verwendung von Asbest und asbesthaltigen Materialien endgültig verboten. Da Gebäude im Laufe ihres Lebens gelegentlich die Eigentümer wechseln, muss auch in sehr alten Objekten mit dem Vorkommen von Asbest aufgrund von erfolgten Sanierungsarbeiten gerechnet werden.

Schwach gebundene Asbestprodukte mit einem Asbestgehalt von einer Dichte bis 1.000 kg/m³ finden sich in Schnüren, Pappen, Stopf- und Füllmassen, Leichtbauplatten, verschiedene Putze und Spritzasbest. Letzterer ist nur noch selten zu finden. Oberhalb einer Dichte von 1.400 kg/m² spricht man von fest gebundenem Asbest, wie Asbestzement, Estriche, Bodenbeläge, Kleber, Spachtelmassen, Anstriche und Beschichtungen. Im Zweifelsfall ist das Faserfreisetzungspotenzial sonstiger Asbestprodukte zu bewerten.

Sofern schwach gebundene Asbestprodukte vorhanden sind, müssen diese regelmäßig durch einen Asbestsachverständigen begutachtet werden. Hierbei werden die Risikobewertung und die Sanierungsdringlichkeit festgestellt. Für fest gebundene Asbestprodukte liegt in der Regel keine Verpflichtung zum Ergreifen vorläufiger Maßnahmen vor. Im Einzelfall kann beim Vorliegen einer konkreten Gefahr anders entschieden werden.

Von fest gebundenen Asbestprodukten geht immer dann eine Gefahr aus, wenn mechanische Arbeiten durchgeführt werden. Dies ist immer dann der Fall, wenn an den Bauteilen/-produkten gesägt, gefräst, gebohrt o.ä. wird und keine Einhausung mit Unterdruckhaltung erfolgt. Diese Arbeiten dürfen nur von speziell geschulten Fachunternehmen mit der notwendigen technischen Ausstattung durchgeführt werden. Generell dürfen Arbeiten an asbesthaltigen Produkten nur noch im Falle von Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden.

Beim Verdacht auf das Vorhandensein von asbesthaltigen Materialien sollte daher immer im Vorfeld von Sanierungsarbeiten eine Untersuchung erfolgen. Darüber hinaus ist Asbest als gefährlicher Abfall den hierfür zuständigen Deponien unter Einhaltung der ordnungsgemäßen Verpackung anzudienen. Entsprechende Abfälle dürfen keinesfalls mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Im Anschluss von erfolgten Sanierungsmaßnahmen an asbesthaltigen Produkten, bzw. deren Ausbau, muss vor der Aufhebung der Schutzmaßnahmen (Einhausung) eine Raumluftuntersuchung erfolgen.