Schimmelpilzentfernung

Aus vorsorgenden Gründen sollte ein Schimmelpilzbefall immer entfernt werden. Neben der Entfernung des Befalls ist vorrangig eine Ursachenermittlung für eine erhöhte Feuchtigkeit im Bauteil nötig, denn diese ist immer die Grundlage für ein Schimmelpilzwachstum. Erst wenn keine Feuchtigkeit oder gar Nässe mehr vorhanden ist, kann der Schimmelpilz nicht erneut wachsen.

Wie kann ein mikrobiologischer Befall jetzt aber entfernt bzw. saniert werden?

Zunächst einmal muss neben der Ursache für den eigentlichen Befall geklärt werden, wie groß der vorhandene Schimmelpilzbefall ist. Wenn der sichtbare Befall mehr als etwa 20 cm² groß ist- dies entspricht etwa der Größe einer Handfläche – gehört die Sanierung in die Hände von Fachunternehmen, die über die technische Ausrüstung und die Erfahrung zur Sanierung von Schimmelpilzschäden verfügen. Nur ein kleiner Befall der oberflächig vorliegt sollte selber entfernt werden. Menschen mit einer Allergie oder mit Immunerkrankungen sollten vorsichtshalber Abstand von einer Entfernung eines Schimmelpilzbefalls nehmen.

  • Sollte der sichtbare Befall nicht größer als 20 cm² und nur an der Oberfläche vorliegen, kann dieser selber (nicht von Allergikern) entfernt werden
  • Hierbei sollten angrenzende Räume geschlossen bleiben, um diese nicht zu kontaminieren
  • Bei der Bearbeitung möglichst Handschuhe, Atemschutzmaske (Staubmaske aus dem Baumarkt) tragen. Getragene Kleidung später gründlich waschen oder alternativ Schutzanzug tragen
  • Mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter den Bereich absaugen
  • Vorhandene Tapete anfeuchten und vorsichtig entfernen
  • Glatte Flächen können mit Wasser und einem üblichen Haushaltsreiniger abgewischt werden. Keine Essigreiniger verwenden
  • Poröse Flächen können mit 70%tigem Alkohol gereinigt werden. Wegen der Brandgefahr nur geringe Mengen bei Fensterlüftung benutzten und nicht rauchen.
  • Vorhandene Textilien aus dem Raum gründlich und am besten heiß waschen
  • Die entstandenen Abfälle möglichst staubdicht verpacken und im Hausmüll entsorgen
Schimmelpilz-Gestank

Wahrnehmbare Gerüche in Innenräumen sind immer ein Indiz dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Damit ist jetzt nicht die Kohlsuppe gemeint, die seit zwei Stunden auf dem Herd kocht oder andere anthropogene Einflüsse. Folgende Bauprodukte können bei Gerüchen eine Rolle spielen:

Farben, Lacke, Kleber

Besonders nach Renovierungen kann es vorkommen, dass sich typische Renovierungsgerüche wie sie von Farben, Lacken oder Klebern herrühren, bemerkbar machen. Hierbei handelt es sich meistens um Ausdünstungen, die nach einigen Wochen (hoffentlich) wieder vollständig verschwunden sind. In der Regel hilft in diesen Fällen konsequentes Heizen und Lüften. Mit dem Erwärmen der Innenräume auf kuschelige 23 Grad Celsius oder mehr werden die Bauteile miterwärmt. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich die in ihnen befindenden Renovierungs- und Schadstoffe schneller in die Raumluft ausgasen können und die Luft durch regelmäßiges Lüften ausgetauscht werden kann. Auf diese Weise lässt sich in vielen Fällen die Geruchsbelästigung nach Renovierungs- und Sanierungsarbeiten verkürzen.

Teppichkleber

Als problematisch können sich jedoch verwendete Teppichkleber erweisen. In der Vergangenheit sind vermehrt störende Geruchsbelästigungen und erhöhte Schadstoffkonzentrationen in diesem Zusammenhang ermittelt worden. Heute als lösemittelfrei angebotene Produkte können noch hochsiedende Verbindungen enthalten. Bei der Verarbeitung sind die Handwerker bei diesen Produkten in geringerem Maße einer Ausdünstung hoher Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt als früher. Für den Nutzer bedeutet ein entsprechendes Produkt jedoch, dass es über einen längeren Zeitraum, ggf. über Jahre, zu einer Anreicherung mit Schadstoffen und hohen Konzentrationen dieser Substanzen in der Raumluft kommen kann. In diesen Fällen hilft dann auch konsequentes Lüften nicht weiter. Abhilfe kann in derartig gelagerten Fällen nur der am besten mechanische Ausbau der betreffenden Beschichtungen schaffen.

Nun gibt es aber auch Gerüche die nicht mit erfolgten Renovierungen einhergehen. Vermutlich jeder kennt den muffigen oder kellerartigen Geruch, der häufig mit Schimmelpilzen assoziiert wird.

Schimmelpilze und Chloranisole

Leicht zu verwechseln mit Gerüchen, die von einem Feuchtigkeits-, bzw. Schimmelpilzbefall ausgehen, sind Chloranisole. Bei dieser Substanzgruppe handelt es sich um Stoffwechselprodukte von Bakterien, also keine Verbindung, die in Baumaterialien eingesetzt wird. Phenole, insbesondere das früher verwendete Holzschutzmittel Pentachlorphenol mit seinen Verunreinigungen wird durch eine Verstoffwechselung durch Bakterien mikrobiell abgebaut. Durch die Umwandlung entstandenen Chloranisole bildet sich bereits bei sehr geringen Konzentrationen ein deutlicher Geruch, der auch als Kork-Note im Wein bekannt ist.

Häufiger sind hiervon Holzständerhäuser aus den 60er und 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts betroffen. Unangenehm ist der Geruch auch deshalb, weil er hartnäckig an sämtlichen Kleidungsstücken und Einrichtungsgegenständen anhaftet. Für die Bewohner ist dies aufgrund der Gewöhnung nicht mehr wahrnehmbar, Besucher riechen diese Verbindungen jedoch beim Betreten der Räume oder sogar an den Bewohnern auch außerhalb des betroffenen Gebäudes. Außer sozialen Problemen sind diese Stoffe nach allem, was man heute über sie weiß, gesundheitlich harmlos. Mittels Raumluftuntersuchungen können die verschiedenen Chloranisole nachgewiesen werden. Sanierungen betroffener Immobilien erweisen sich als sehr aufwendig und sind teuer. Ein langfristiger Erfolg ist nicht immer gegeben.

Hölzer

Weiterhin kann von frisch eingebauten Hölzern ein typischer Holzgeruch ausgehen. Verantwortlich hierfür sind Terpene, die Hauptbestandteil der von Pflanzen produzierten ätherischen Öle sind. Von vielen wird dieser Geruch als angenehm wahrgenommen. Bei manchen Menschen kann es jedoch zu gesundheitlichen Reaktionen kommen, weshalb es schon seit längerem für einige typische Verbindungen Richtwerte für die Innenraumluft (Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Innenraumlufthygiene-Kommission IRK / Umweltbundesamt) gibt. Durch Raumluftuntersuchungen kann die Konzentration dieser Verbindungen festgestellt werden.

Fußböden

Linoleum hat einen intensiven Eigengeruch, der typisch für diesen Bodenbelag ist und aus dem in dem Produkt enthaltenem Leinöl herrührt. Durch Oxydationsprozesse können geruchsintensive Aldehyde wie Hexanal gebildet werden. Andere elastische Bodenbeläge können neben Aldehyden auch geruchsintensive Phenole oder Naphthalin enthalten.
Wird der Bodenbelag auf einen ungeeigneten oder sogar feuchten Untergrund verlegt oder fällt plötzlich Feuchtigkeit an, kann es zu chemischen Reaktionen mit unangenehmen Gerüchen kommen. Ursächlich hierfür sind unter anderem Verseifungsvorgänge.
In älteren Bitumenklebern oder Dichtungsbahnen können neben Naphthalin noch weitere Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) eine Rolle spielen. Sie finden sich in Abdichtungen, Gussasphaltestrich, Imprägnierungen zum Bautenschutz aber auch in Fugenmassen und anderen mehr.

Umgang mit Gerüchen

Zunächst muss einmal festgestellt werden, um welche Art von Schadstoff es sich möglicherweise handelt. Luftmessungen können erste Hinweise auf das Vorhandensein von Schadstoffen sein. Auch muss in diesem Zusammenhang mit dem Vorhandensein eines toten, verwesenden Tieres (z. B. in Kaminschächten) oder Bakterien im Zusammenfang von Feuchtigkeitsschäden gedacht werden.

Sofern eine Auffälligkeit in Hinblick auf die Raumluftkonzentration festgestellt wurde, kann die auffällige Substanz aufgrund von Erfahrungswerten eventuell vorhanden Baustoffen zugeordnet werden. Von den Verdachtsstoffen werden Materialproben entnommen, um eine Zuordnung einwandfrei zu ermöglichen. Erst mit diesen Aussagen können Empfehlungen in Hinblick auf eine erforderliche Sanierung gegeben werden.